Wer glaubt, die Verkehrsituation für Radfahrer sei in Trier besonders beschissen, das Letzte oder einfach nur extrem höllegefährlich, der irrt.
Offensichtlich gehören die Trierer Verkehrsplaner einfach nur zu einer Gruppe von Weltverschwörern, deren Ziel es ist, den Radfahrern das Leben weltweit zur Hölle zu machen. Die innovativsten “Lösungen” der Verschwörer kann man auf dieser Webseite nachschlagen.
Nicht vergessen: Den Mund später wieder schließen. Wegen den Insekten…
Merkwürdig. Ich habe gerade versucht, einen Kommentar zu einem Online-Artikel beim Trierischen Volksfreund abzugeben. Das schlug fehl, weil dem eingebauten elektronischen Sittenwächter etwas an meinem Kommentar nicht gefiel. Aber um welche “unerwünschten Wörter” es sich handelt, möchte er mir nicht verraten. Ich habe versucht, auf Verdacht alle eventuell “bösen” Worte zu ändern, aber das interessierte den Online-Sittenwächter überhaupt nicht. Ich fühle mich gerade ziemlich chinesisch…
Hier die Meldung mit meinem unterdrückten Kommentar:
(klick!)
Ich glaube, ich lasse das besser mit dem kommentieren beim Online-Volksfreund. Anscheinend, wenn ich mir so die Kommentare durchlese, kommen da eh nur Trolle und Rabulisten durch.
“Im September 2009 treten weitreichende Änderungen der Straßenverkehrsordnung in Kraft. Im Kern geht es darum, dass die Politik das Rad als gleichberechtigtes Verkehrsmittel anerkennt. Praktisch bedeutet es, dass die – auch in der Vergangenheit meist eingebildete – Vorrangstellung des Autos weiter beschnitten wird. Insbesondere wird der Zwang, den verhassten Radweg zu benutzen, extrem eingeschränkt. Während die Kommunen bisher an jedem Wegelein ein Gebotsschild aufstellen konnten, dürfen sie dies jetzt nur noch in begründeten Ausnahmen machen. Nämlich dann, wenn es die Sicherheit für die Radfahrer an dieser Stelle erfordert. Außer an echten Engpässen und Hauptverkehrsstraßen wird das nur selten der Fall sein. Obendrein werden die Kommunen weit stärker als bisher angehalten, den “Empfehlungen für Radverkehrsanlagen” zu folgen – handtuchbreite Holperpisten sind dann nicht mehr zulässig.”
Und: “Viele Autofahrer wollen rollende Hemmnisse nicht akzeptieren. Dem Radfahrer hilft da nur ein dickes Fell und ein gesundes Selbstbewusstsein. Wer sich aus falsch verstandener Rücksicht in die Gosse drängen lässt oder in die Lücken zwischen geparkten Autos, ermöglicht es zwar dem einen oder anderen Auto sich vorbeizuquetschen, gefährdet aber sein Leben. Anstatt am Kantstein entlang zu schrammen, sollte man - wie mit dem Auto auch - einen Sicherheitsabstand von mindestens einem Meter vom Straßenrand einhalten. Dann merken die Fahrer in ihren Blechkisten endlich, dass ihnen nicht allein die Straße gehört.”
Stimmt. Gleichzeitig bin ich aber für den weiteren Ausbau von Radwegen. Gerade für Kinder und Senioren, die sich im dicken Autoverkehr zurecht verunsichert fühlen. Daß die Benutzungspflicht (bis auf wenige Ausnahmen) fällt, ist sowas von zu begrüßen…
Es ist wieder soweit: ich werde morgen Trier verlassen und über einen etwas längeren Zeitraum verschiedene Ziele auf der Welt ansteuern. Ich habe es mir verdient! :)
In dieser Zeit werde ich nicht bloggen. Da ich nicht ständig auf die Kommentare aufpassen kann, setze ich ab sofort die Kommentare auf “moderiert”. Sollte jemand einen Kommentar abgeben, so kann es etwas länger dauern, bis ich ihn freigeschaltet habe.
Einen schönen Sommer wünsche ich all meinen LeserInnen!
Zu einer offenen und ehrlichen Demokratie gehört auch, daß man sich mit extremistischen Postitionen auseinander setzen sollte, bevor man sein Urteil fällt. Deswegen stelle ich ein Interview mit dem “Kameraden” Safet Babic hier in den Blog, in dem Babic genau erklärt, warum die Trierer die NPD wählen sollten. Auch wenn ich die NPD ablehne: Babic überzeugt.
Danke an den “Paul Breitner”, der mich per Mail auf das Video hinwies.
So, liebe LeserInnen, die Wahlen sind für mich vorbei.
Da ich mich am Wahltag nicht in Trier aufhalten werde, gab ich eben meine gefühlten 2000 Stimmen per Briefwahl ab. Mein Tip: Bring etwas Zeit zum wählen mit! Es sind so viele Wahlzettel, zusammengeklebt ergeben die Zettel in etwa die Länge einer Rauhfasertapetenrolle. Und wer panaschieren und kumulieren möchte, sollte sich zusätzlich Verpflegung mitbringen…
Bei der Wahl zum Ortsvorsteher hatte ich nicht besonders viel Auswahl. Mit viel Bauchgrummeln machte ich mein Kreuzchen bei dem SPD-Kandidaten. Alle Kandidaten sind keine Sympathieträger, doch der Sozialdemokrat grüßt wenigstens auf der Straße. Sowas kann den Ausschlag geben :)
Mehr Auswahl hatte ich bei der Wahl zum Ortsbeirat. Hab die Grünen gewählt, weil die Kandidaten für die Linken allesamt wirklich unwählbare Pfeifen sind. Ich durfte sie kennen lernen und musste die Hände über den Kopf zusammengeschlagen. Nee, diese Leute darf ich meinem Dorf am Rande der Stadt nicht antun.
Das erste wirklich lustvolle Kreuzchen tätigte ich bei der Europawahl: Die Piratenpartei hat genug UnterstützerInnen zusammenbekommen und stellt sich zur Wahl! Es wird endlich Zeit, daß Leute, die Ahnung von Netzpolitik und Urheberrecht haben, ins Europaparlament einziehen! Der zunehmenden Internetzensur und der Lobby-Druck seitens der Content-Mafia muss Einhalt geboten werden! Außerdem sind die Piraten cool! :)
Tja, und dann der Riesenlappen zur Stadtratswahl. 56 Kreuzchen durfte ich verteilen. Die SPD hat von mir nix bekommen. Bin immer noch stinkig auf die. Weder bundesweit noch lokalpolitisch haben die ein wirkliches Profil, zu oft sind die Sozialdemokraten politisch umgefallen. Außerdem sind die Trierer Sozis mir zu schwammig bei der Verkehrspolitik. Die CDU: Hatte kurz überlegt, einer Person einer meiner Stimmen zu geben, habe es aber gelassen. UBM, FDP: Gott bewahre! Braucht kein Schwein! Und von den Hohlbirnen der NPD brauche ich erst gar nicht erst anzufangen - das die nicht wählbar sind, versteht sich wohl von selber.
Also verteilten sich meine Kreuzchen bei den Grünen und den Linken. Wobei das Verteilungsverhältnis zugunsten der Linken lag. Bei den Grünen wählte ich KandidatInnen, die ich a) persönlich kenne, oder b) mit denen ich in wichtigen Bereichen der Lokalpolitik auf einer Linie liege. Ich denke da an Stadtplanung, Verkehr und Architektur. Von den linken Kandidaten kenne ich ein paar Leute persönlich. Viele bekamen von mir einen Vertrauensvorschuss, aber ein paar linke Deppen bekamen von mir keine Stimme, weil sie politisch nicht einmal gerade pinkeln können. Insgesamt jedoch finde ich die Linke als eine “wirklich” linke Kraft in der Geburtsstadt von Karl Marx als längst überfällig!
So, jetzt habe ich mich, was die Wahl angeht, nackig gemacht. Aber wer regelmäßig bei mir mitliest, konnte sich mein Wahlverhalten schon denken…
Glaubt eigentlich jemand der Trierer CDU ihr plötzliches Bekenntnis zu einer offenen und basisdemokratischen Lokalpolitik? Ich meine, hat jemand einen ernsthaften Wandlungsprozess beobachtet? Schließlich hat sich diese Partei ja angeblich dazu entschlossen, das Hinterzimmer zuzumauern…
Nochmals: Die Trierer CDU möchte ohne Not das Hinterzimmer, ihr natürliches Habitat seit 1949 aufgeben, und gibt sich über Nacht gewandelt?! Normalerweise geht einem solchen radikalen Willen zum Neuanfang ein heftiger Streit voraus, bei dem sich gezofft wird und Köpfe rollen, bis sich dann eine Richtung durchgesetzt hat… Hat wirklich niemand etwas davon mitbekommen?
Ich auch nicht. Deswegen glaube ich der CDU dahingehend kein Wort. Eine Kampagne, nichts als eine Wahlkampfkampagne. Und deswegen müsste der Blogheader (bzw. die Plakate) so aussehen:
Und nun, im Rahmen des Wahlkampfes um die zukünftige Zusammensetzung des Trierer Stadtrats, ein filmischer Beitrag zur Rolle des Fahrrads in der kommunalen Verkehrspolitik und eine Argumentation gegen das Asphalt- und Autodenken einiger Kandidaten.